Die meisten Menschen in Deutschland haben eine betriebliche Altersvorsorge – aber kaum jemand versteht sie wirklich.

Und genau das ist das Problem.

Denn während du bei ETFs oder Neobrokern wie Trade Republic genau nachvollziehen kannst, was mit deinem Geld passiert, herrscht bei der bAV oft völlige Intransparenz.

Das Ergebnis: Millionen Menschen verschenken jeden Monat Geld – ohne es zu merken.In der aktuellen Folge von Skin in the Game spricht Dyno-Gründer Marc Karkossa darüber, warum das System kaputt ist und wie man es besser macht.

Host: Dr. Roger Gothmann
Co-Founder & CEO von TAXDOO


Das große Missverständnis: bAV ist eigentlich ein No-Brainer

Die Grundidee der betrieblichen Altersvorsorge ist extrem stark.

Du investierst aus deinem Bruttogehalt, sparst Steuern und Sozialabgaben, bekommst zusätzlich Geld vom Arbeitgeber und profitierst langfristig vom Kapitalmarkt.

Kurz gesagt: staatlich gefördertes Investieren.

Oder noch einfacher: Wie ein ETF-Sparplan – nur mit Hebel.


Warum die meisten trotzdem weniger rausbekommen

Das Problem liegt nicht im Produkt selbst, sondern im System dahinter.

Theoretisch kann eine bAV sehr effizient sein. In der Praxis wird dieses Potenzial aber oft massiv reduziert – durch Kosten, Provisionen und intransparente Strukturen.

Marc beschreibt es sinngemäß so: Von 100 möglichen „Punkten“ kommen am Ende oft nur 65 bis 75 beim Kunden an.

Der Rest geht verloren.

Durch:

  • Abschlussprovisionen
  • laufende Kosten
  • ineffiziente Produktstrukturen

Schon bei kleinen monatlichen Beiträgen entstehen über die Laufzeit hinweg tausende Euro an Kosten – Geld, das eigentlich für deine Rente arbeiten sollte.


Das eigentliche Problem: Niemand versteht sein eigenes Produkt

Einer der stärksten Sätze aus dem Gespräch:

„Frag 100 Leute mit bAV – 95 wissen nicht, was sie da eigentlich besparen.“

Und genau hier liegt der Kern des Problems.

Die meisten Menschen wissen nicht, wie ihr Geld investiert wird, welche Kosten anfallen und was am Ende wirklich rauskommt.

Während du bei einem ETF klar sagen kannst, worin du investierst, bleibt die bAV für viele eine Blackbox.


Warum sich das System so lange gehalten hat

Die Antwort ist unbequem: Anreize.

In Deutschland gibt es hunderttausende Finanzberater, deren Geschäftsmodell stark provisionsgetrieben ist.

Das führt zu einem strukturellen Problem: Produkte werden nicht danach ausgewählt, wie gut sie für den Kunden sind, sondern danach, wie gut sie sich verkaufen lassen.

Komplexität hilft dabei sogar. Denn je weniger der Kunde versteht, desto einfacher ist der Abschluss.


Die neue Generation: Transparenz statt Provision

Genau hier setzen neue Anbieter wie Dyno an.

Der Ansatz ist simpel, aber radikal:

  • keine Provisionen
  • volle Transparenz
  • Fokus auf den Kapitalmarkt
  • verständliche Produkte

Das Ziel: Altersvorsorge so einfach und nachvollziehbar machen wie ein Depot bei Trade Republic.


Warum das Thema trotzdem noch nicht Mainstream ist

Wenn es um so viel Geld geht – warum spricht dann kaum jemand darüber?

Die Antwort liegt in der Struktur des Marktes.

Erstens ist das Thema komplex und schwer zu erklären. Zweitens funktioniert bAV nicht rein B2C – der Arbeitgeber spielt immer eine zentrale Rolle. Drittens sind bestehende Systeme träge und werden selten aktiv hinterfragt. Und viertens gibt es natürlich Widerstände von etablierten Strukturen, die wenig Interesse an Veränderung haben.


Warum Vertrauen wichtiger ist als Marketing

Ein spannender Punkt aus dem Gespräch ist die Rolle von Marketing.

Klassisches Performance-Marketing funktioniert in diesem Bereich nur begrenzt.

Warum?

Weil Altersvorsorge kein Impulsprodukt ist.

Menschen treffen diese Entscheidung nicht aufgrund einer Anzeige, sondern auf Basis von Vertrauen.

Deshalb funktionieren:

  • Aufklärung
  • Content
  • persönliche Gespräche
  • Empfehlungen

deutlich besser als klassische Ads.


Product-led Growth? Funktioniert hier nur bedingt

Viele SaaS-Unternehmen setzen auf vollständige Automatisierung.

Doch im Bereich Altersvorsorge zeigt sich eine klare Grenze.

Menschen wollen verstehen, worauf sie sich einlassen. Und sie wollen im Zweifel mit einem echten Menschen sprechen.

Auch bei Dyno läuft ein Teil automatisiert, aber der persönliche Kontakt bleibt entscheidend. Gerade im Onboarding!


Der größte Hebel: ETFs innerhalb der bAV

Ein besonders interessanter Trend: Immer mehr Nutzer setzen innerhalb der bAV auf ETFs.

Vor allem jüngere Arbeitnehmer verstehen, dass langfristiger Vermögensaufbau am Kapitalmarkt stattfindet und nicht über klassische Versicherungsprodukte.

Das verändert den Markt fundamental.


Warum sich jetzt alles verändert

Viele Branchen haben diesen Wandel bereits erlebt: Banken wurden von Neobrokern herausgefordert. Taximärkte von Plattformen.

Und jetzt passiert das Gleiche im Versicherungsbereich.

Der Unterschied: Hier geht es nicht um Komfort, sondern um deine finanzielle Zukunft.


Fazit: Die größte unterschätzte Finanzchance in Deutschland

Die betriebliche Altersvorsorge ist kein langweiliges Pflichtprodukt. Sie ist einer der größten finanziellen Hebel überhaupt.

Aber nur, wenn die Kosten stimmen, Transparenz vorhanden ist und du verstehst, was mit deinem Geld passiert.

Wer das ignoriert, verschenkt im Zweifel zehntausende Euro.


Über den Gast

Marc Karkossa ist Mitgründer und CEO von Dyno. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre in einer klassischen Versicherungsagentur und lernte dort die Strukturen und Anreizsysteme der Branche aus erster Hand kennen.

Mit Dyno baut er eine digitale, provisionsfreie Plattform für betriebliche Altersvorsorge und stellt damit ein jahrzehntealtes System infrage. Ziel ist es, Altersvorsorge transparenter, effizienter und stärker kapitalmarktbasiert zu machen.

In nur zwei Jahren hat Dyno über 200 Unternehmenskunden und tausende Nutzerinnen und Nutzer gewonnen und gehört damit zu den spannendsten Fintechs im bAV-Markt.

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